Leise, vollelektrisch und bereit für ihre besondere Aufgabe. Die Überführung erfolgte auf eigenem Kiel und markiert für die Helgoländer Crew den Auftakt zu einem neuen Kapitel im Verkehr zwischen der Hauptinsel und der Düne.
Die Gemeinde Helgoland hat heute (13. August 2026) ihre neue Dünenfähre, das erste rein elektrisch angetriebene Seeschiff in der Deutschen Bucht, auf den Namen WITTE KLIFF 2 getauft. Taufpatinnen waren Beeke Paulsen und Tiada Holz. Begleitet wurden sie bei der offiziellen Zeremonie von Bernhard Wellnitz, Brückenkapitän der Gemeinde Helgoland.
Drei Jahrzehnte lang hat die bisherige Dünenfähre „Witte Kliff“ Generationen von Helgoländerinnen und Helgoländern sowie Gäste zuverlässig über das Wasser gebracht. Sie steht für unzählige Überfahrten, Begegnungen und Erinnerungen. Nun übernimmt ein moderner Neubau, nach einer Übergangsphase, diese wichtige Aufgabe und verbindet sie mit einem zukunftsweisenden Antriebskonzept.
Die neue Dünenfähre wird vollständig elektrisch angetrieben. Sie fährt lokal emissionsfrei, arbeitet deutlich leiser als ein konventionelles Schiff und setzt damit ein sichtbares Zeichen für eine nachhaltige Mobilität auf dem Wasser.
„Mit der neuen Dünenfähre wird die „klimaneutrale Schifffahrt“ auf Helgoland ganz konkret erlebbar. Mit der Fortschreibung des Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) im März 2025 hat die Landesregierung in Kiel festgelegt, Schleswig-Holstein will bis zum Jahr 2040 das erste klimaneutrale Industrieland Deutschlands werden. Bereits im November 2024 hatte die Gemeinde Helgoland den Mut, bei einem für die Insel so wichtigen Verkehrsmittel konsequent auf einen klimaneutralen Antrieb zu setzen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die ihre fachliche Erfahrung, ihre Ausdauer und ihren persönlichen Einsatz in dieses Projekt eingebracht haben. Ein Schiffsneubau gelingt nur im Team gemeinsam“, sagt Peter Singer, Geschäftsführer der Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH und verantwortlicher Projektleiter.
Die Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH verantwortete das Projekt. Mit der Projektsteuerung des Neubaus wurde die Tewis Projektmanagement GmbH beauftragt.
Präzise Manöver auch bei anspruchsvollen Bedingungen
Der elektrische Schiffsantrieb arbeitet mit modernen Ruderpropellern. Sie unterstützen eine präzise Steuerung und eine hohe Manövrierfähigkeit. Das ist insbesondere bei den Anlege- und Ablegemanövern in den Helgoländer Hafenanlagen von Bedeutung.
Gebaut wurde die Fähre von der Werft Ampereship GmbH in Stralsund. Das Schiff ist 15,5 Meter lang und 5,6 Meter breit. Bei einem Tiefgang von 1,17 Metern erreicht es eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Knoten, das entspricht rund 18,5 Kilometern pro Stunde. Bis zu 95 Fahrgäste finden an Bord Platz. Die Batteriekapazität beträgt 1.184 Kilowattstunden. Für den Antrieb sorgen zwei Elektromotoren mit jeweils 130 Kilowatt Leistung.
„Wir freuen uns sehr und danken der Hafenprojektgesellschaft Helgoland, dass sie für den Neubau der Dünenfähre auf die Expertise von Ampereship vertraut hat. In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber haben wir das Schiff entsprechend den speziellen Anforderungen der Gemeinde Helgoland konzipiert und gebaut. Die neue Dünenfähre WITTE KLIFF 2 bedeutet auch für uns als Werft einen Meilenstein, ist sie doch das erste für den Einsatz auf hoher See zugelassene Elektro-Solarschiff von Ampereship“, betonte Dr. Thomas Kühmstedt, Geschäftsführer der Ampereship GmbH.
Bundesförderung ermöglicht innovativen Antrieb
Das Projekt „Dünenfähre“ wird im Rahmen der Umsetzung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS) mit insgesamt 288.800 Euro aus dem Förderprogramm „Bordstrom und mobile Landstromversorgung von See- und Binnenschiffen (BordstromTech II)“ durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Die Fördermaßnahme wird von der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) koordiniert.
Gemeinde Helgoland ist nun Schiffseigener und Betreiberin der neuen Dünenfähre
„Wir freuen uns sehr, dass die Gemeinde Helgoland mit diesem wirklich innovativen und bislang einzigartigen Projekt zeigen kann, dass wir damit in die nachhaltige Transformation der Energie und damit in die klimaneutrale Zukunft der Insel investieren“, so Bürgermeister Thorsten Pollmann und Bürgervorsteher Gunther Nagel.


